Tierethik

Vorsitz

Vorsitzende:

Dr. Claudia Preuß-Ueberschär

preuss-ueberschaer
(at)tierschutz-tvt.de

 

1. Stellvertreter:

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer

winkelmayer
(at)tierschutz-tvt.de

 

2. Stellvertreter:

Karl Pfizenmaier

pfizenmaier
(at)tierschutz-tvt.de

Zielsetzung

Der AK Tierethik beschäftigt sich mit dem Tier in der Moral, genauer mit den Pflichten von Menschen gegenüber Tieren und den Rechten von Tieren. Die Tierethik hat sich, mit Wurzeln in der griechischen und römischen Antike, bei Pythagoras und Empedokles sowie Plutarch, im 18. und 19. Jh. mit Jeremy Bentham und Arthur Schopenhauer allmählich entwickelt und im 20. Jh. als Bereichsethik voll ausgebildet. Anders als bei jeder anderen Bereichsethik steht nicht der Mensch, sondern das Tier als Objekt der Moral im Vordergrund. Trotzdem beherrscht bis heute die Zentralstellung des Menschen, sein Herrschaftsanspruch und sein Gewaltmonopol über die Natur mit allen ihren Wesen menschliches Denk und Handeln - eine Gefahr für uns alle! Das zu erkennen und zu ändern, die Bedeutung nichtmenschlichen Lebens auf diesem Planeten für das Überleben aller, dafür setzt sich der AK Tierethik ein.

Die aktuelle Tierschutzgesetzgebung spricht zwar von "ethischem Tierschutz", enthält aber durch den Bezug zum Grundsatz der Verhältnismäßigkeit einen entscheidenden Schwachpunkt, nämlich dass der Schutz der Tiere bei Gefahr für das volkswirtschaftliche Wachstum oder die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Branchen den wirtschaftlichen Zielen untergeordnet werden kann, was auch regelmäßig geschieht. Wir vertreten aber einen "ethischen Tierschutz", der dem Moral- und Gerechtigkeitsempfinden entspricht. 

Und wir vertreten die Ansicht, dass die Veterinärmedizin als wissenschaftliche Disziplin ihre Wertehaltung grundsätzlich am Referenzsystem eines rational begründeten, wissenschaftlichen Weltbildes auszurichten hat.

Die Tierethik bekommt neue Impulse durch immer mehr und detailliertere wissenschaftliche Erkenntnisse über kognitive und emotionale Fähigkeiten von Tieren, ebenso wie durch Tierrechtsbewegungen und vegetarische und vegane Lebensweisen, die immer mehr im Trend liegen. Dabei muss sie ihre Unabhängigkeit bewahren, ohne in der Beliebigkeit zu versinken. Eine wesentliche Aufgabe ist es die politischen Organe etwa durch Vertreter in Ethikkommissionen zu beraten und zu unterstützen oder als Landes- bzw. Bundestierschutzbeauftragte den Tieren eine Stimme zu geben.

 

Aktivitäten des Arbeitskreises

Konkret wollen wir uns mit folgendem befassen:

  • Was hat sich im Mensch-Tier-Verhältnis verändert, welche Konsequenzen ergeben sich bei intellektueller Redlichkeit daraus und worüber herrscht gesellschaftlicher Konsens
  • Tiere in landwirtschaftlicher Nutzung - unsere Verantwortung
  • unsere Pflichten als Tierärzte - negative Pflichten (freihalten von ...) und positive Pflichten (Fürsorge), wofür wir uns verantwortlich fühlen, ab wann wir zu Komplizen unverantwortlicher Tiernutzung werden, wie wir integer bleiben können in der "Nutztierpraxis und im Öffentlichen Dienst
  • Überarbeitung des Codex Veterinarius der TVT - Ethische Leitsätze für tierärztliches Handels zum Wohl und Schutz der Tiere
  • Formulierung und Empfehlung von Grundsätzen für ein Leitbild der TVT
  • Überlegungen zur Definition des "vernünftigen Grundes", dem unbestimmten Rechtsbegriff in der Tierschutzgesetzgebung

In Zusammenarbeit mit den anderen Arbeitskreisen möchten wir versuchen, zu deren Themen und Fragestellungen bei Bedarf die tierethische Sichtweise beizusteuern. 

 

Veröffentlichungen des Arbeitskreises finden Sie hier.

Codex veterinarius

Stellungnahme zum Umgang mit männlichen Kälbern von Milchkühen (Mai 2015)